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28. Dezember 2008

Erinnerung als ästhetisches Vermögen

Was ist eine Erinnerung als ästhetisches Vermögen? Wie wird mit ihr die verlorene Wahrheit der Vergangenheit gesucht?

17. Dezember 2008

Schild des Achilleus

Was für eine für uns fremde Zeit in der Schildbeschreibung der Illias? Das Frühere und Spätere wird nicht geschieden. Der Anfang scheint genau so vollkommen wie das Ende. Saat und Ernte spielen sich zugleich ab.

14. Dezember 2008

Schöpfungsbericht

Nach dem christlichen Schöpfungsbericht ist die Welt der Natur für den Menschen da. Wie hört sich das an: die Welt der Natur ist für den Saurier da?

11. Dezember 2008

5. Dezember 2008

Erwartung und Erfahrung

Heute die Erwartung, morgen eine andere. Der Wechsel der Erwartungen beschleunigt sich. Was bedeutet das für die Erfahrung?

27. November 2008

Poesie der Zeit

Was ist eine Poesie der Zeit? In dem Proustbuch von Hans Robert Jauss findet sich eine Bemerkung dazu: Die Poesie der Zeit ist danach nicht die Poesie des Vergänglichen, sondern vielmehr die des Unbegreiflichen.

23. November 2008

14. November 2008

Saurier auf Exponentialtreppe

'Saurier auf Exponentialtreppe' so hieß eine Skulptur von Schneider auf einer Gartenausstellung in Basel, wenn ich mich recht erinnere. Heute müsste es wohl heißen: 'Saurier auf der vorletzten Stufe der Exponentialtreppe'.

12. November 2008

Vertrauen

Was heißt Vertrauen in einer Welt der Fiktionen? Worauf kann ich mich in einer solchen Welt verlassen?

5. November 2008

Fabel und Vertrauen

In Zeiten, wo mit Bestürzung das fehlende Vertrauen in der Wirtschaft beklagt wird, empfehle ich, ein Buch zu lesen, die 'alten' Fabeln von Äsop. Dort wird der Missbrauch des Vertrauens gezeigt.

2. November 2008

DAX mit 16 Prozent

Der Dax ging mit 16 Prozent plus solide in dieser Woche aus dem Handel. Und trotzdem weiß keiner, wie es weiter geht, so heißt es in einem Börsenkommentar.

1. November 2008

Dabei sein ist alles

Da wirft man nun von Seiten der Politik den Banken den Rettungsring zu und sie wollen ihn nicht. Wo es doch gilt: Dabei sein ist alles. Man hat sich gefälligst in dieser Rettungs-Geschichte retten zu lassen.

28. Oktober 2008

Tachogene Weltfremdheit

Tachogene Weltfremdheit beherrscht nach Odo Marquard das Bewusstsein in der Moderne. Drückt sich diese nicht auch in der Ahnungslosigkeit der Politik gegenüber der momentanen Finanzkrise aus? Es ist so, als ob keiner etwas gewusst hat.

23. Oktober 2008

Ende der Gemütlichkeit

Mit der Finanzkrise soll das Ende der Gemütlichkeit kommen, so titelt eine Zeitschrift. Als ob der Finanzmarkt bisher ein Raum weicher und bequemer Polstersessel gewesen wäre und nicht ein Haifischbecken.

20. Oktober 2008

Schwer von Begriff

Es kommt, glaube ich, in der Philosophie fast mehr als auf alles andere darauf an, im richtigen Augenblick schwer von Begriff zu sein. (Odo Marquard)

18. Oktober 2008

Bienenkorb

'Bienenkorb', so hieß (und heißt vielleicht noch) ein Kaufhaus in Amsterdam. Was für ein schönes Wort für die Hektik in der Nähe des Bahnhofs.

15. Oktober 2008

Zeitschere

Die Schere zwischen Wachstum und Ressourcen auf dieser Welt öffnet sich. Und was bedeutet dieses Öffnen, wenn das wirtschaftliche Wachstum sich beschleunigt? Aus dem Traum eines exponentiellen Wachstums sind viele noch nicht aufgewacht.

10. Oktober 2008

Beschleunigung als Orientierung

Kann Beschleunigung mit Orientierung verwechselt werden? Ist das nicht leicht in ökonomischen Wachstumsprozessen der Fall? Man orientiert sich z.B. einseitig an steigenden Renditen, erst einstellig, dann zweistellig, usw.. Es gibt allerdings Grenzen der Beschleunigung, die die Teilnehmer dieses Rennens nicht zu bemerken scheinen.

7. Oktober 2008

Nicht absehbar

Auf dem Finanzmarkt geht es im Moment zu, wie oftmals auf einer Autobahn im Nebel. Man kennt es ja. Es wird weiter gerast, auch wenn nichts mehr zu sehen ist.

4. Oktober 2008

Ein Neuer

Frau X sagt zu ihrer Freundin: Wenn jemand anders käme, dann wäre es mit dieser Beziehung vorbei. Das kannst du mir glauben.

1. Oktober 2008

Langeweile

Es heißt im Deutschen 'die' Langeweile. Ist sie weiblich? Wohl kaum. Wir halten sie uns jedenfalls vom Leibe. Ständig sind wir auf der Flucht vor dieser Fremden. Wenn sie anklopft, laufen wir zur Hintertür hinaus.

25. September 2008

Unter Druck

In Thomas Mann Roman 'Doktor Faustus' taucht jemand mit seiner Tauchglocke tief hinunter. Die Lebewesen, die Fische, die er dort sieht, sind wie Irrlichter illuminiert. Sieht so das Leben unter einem ungeheuren Druck aus?

24. September 2008

Nietzsche hatte Unrecht

Nietzsche hatte Unrecht. Gott ist nicht tot. Er betreibt nunmehr ein Fitnessstudio in Amerika. Es versteht sich, unter anderem Namen.

23. September 2008

Kunst des Augenblicks

'Wer mich nach dem ersten Lehrsatz der Liebe fragte, dem würde ich antworten: die Kunst den Augenblick zu ergreifen; der zweite desgleichen, und desgleichen auch der dritte: dies ist der Schlüssel, der alles aufschließt.'(Montaigne, Essais) Das liest sich wie die Maxime eines Draufgängers. Allerdings konnte er selbst nicht so recht - wie er schreibt - den o.a. Schlüssel benutzen. Er hatte Achtung vor den Dingen, die er liebte.

19. September 2008

Ressource Zeit

Wie die Ressource Erdöl, so wird auch die Zeit immer knapper, je mehr sich das wirtschaftliche und technologische Wachstum auf dieser Welt beschleunigt. Auch die Zeit scheint daher immer kostbarer zu werden, je weniger es von ihr in vielen Bereichen des Lebens gibt. Im Unterschied zu den Rohstoffen, gibt es für die Zeit allerdings keine Alternative, keinen Ersatz. Der temporale Komparativ kennt keine Grenzen. Die Devise heißt: Zeit zu gewinnen.

18. September 2008

Postbote mit Fahrrad

Die Postboten sind nicht mehr zu Fuß unterwegs. Die Post wird nunmehr auch in der Stadt auf dem Fahrrad befördert. Vorne sind auf dem Rad Satteltaschen aufgeschnallt und hinten auch. So wird mehr geleistet in kürzerer Zeit, vorausgesetzt der Bote oder die Botin ist jung und fit.

15. September 2008

Eine Zeitschrift - Der Augenblick

Ich stelle mir gerade Kierkegaard vor, wie er in Kopenhagen seine Zeitschrift verteilt, die 'Der Augenblick' heißt. Es gab nicht viele Exemplare von dieser Zeitschrift, die vom Herausgeber und einzigen Redakteur auch verteilt wurde.

13. September 2008

Ökonomie der kurzen Lebenszeit

Montaigne entwirft in seinem Denken eine Ökonomie der kurzen Lebenszeit. Gelehrt ist man nach ihm nur durch sein gegenwärtiges, nicht durch sein ehemaliges oder zukünftiges Wissen.

10. September 2008

Aktiver Müßiggang

Alfred Polgar schreibt: 'Auch die Müßiggänger gehen nicht schlechthin müßig, sondern sind damit beschäftigt müßig zu gehen, auch die nichts arbeiten, tun dies im Schweiße ihres Angesichts. Auf keiner Bank des Tiergartens sitzt ein richtiger Nichtstuer.' (Berlin, Sommer 1922) Wer möchte heute nicht gerne an einem Aktivurlaub teilnehmen?

7. September 2008

Auf der Überholspur

Zur politischen Programmsprache gehört das Bild der Überholspur. Die andere Partei fährt immer wie auf einer Autobahn im Schritttempo rechts.

5. September 2008

Goethes Augenblick

Über das Ganze der Natur –was immer das sein mag - heißt es in dem Gedicht 'Allerdings' : „...Natur hat weder Kern noch Schale, Alles ist sie mit einem Male...“ Bei Goethe wird 'der' Augenblick in einem Tempel der Natur gefeiert;

3. September 2008

Meeresstille

Die einen fühlen sich bei einer Meeresstille wohl, anderen kündigt sie wie selbstverständlich einen nahen Sturm an. Wie kann man sich durch sie bedroht fühlen? Ist sie nicht wie ein Spiegel unserer selbst? Dazu passt der Wind als Bild unserer Leidenschaften. Für einen Moment scheinen sie in einer Zeit der Rastlosigkeit außer Kraft und Ruhe zu herrschen.

1. September 2008

Stadt ohne Glocken

Eine Stadt ohne Glocken ist wie ein Blinder ohne Stecken, wie ein Esel ohne Schwanzriemen, wie eine Kuh ohne Schellen. Geschrieben in der Zeit der Renaissance von Rabelais.

27. August 2008

Stress

Im fernen Kanada soll einer einen Ausdruck erfunden haben, von dem keiner genau weiß was er bedeutet: 'Stress'. Was wird nicht alles mit diesem Wort erklärt. Eins scheint sicher, wer das nicht hat, was das Wort benennt, hat schlechte Karten auf der Hand. Er gehört nicht mehr zu denen, die unter der Obhut des Zeitgeistes stehen.

24. August 2008

Zeitverschwendung einmal anders

Es gibt keine größere Zeitverschwendung, als die Stunden zu zählen. Wozu soll das nützen? - heißt es bei Rabelais.

23. August 2008

Zug der Zeit

Drängt sich mit der Idee des Fortschritts nicht leicht die Vorstellung auf, auf diesen Zug der Gesellschaft, der in die Zukunft rast, einfach aufzuspringen? Die Frage, wohin die Fahrt geht, scheint für viele zunehmend unbedeutend in Umständen, in denen das Überleben mit der Kunst der Anpassung identisch wird, in denen die Angst herrscht hinter der Zeit zurückzubleiben.

22. August 2008

Valery und der Fluss der Zeit

In 'Eupalinos' vergleicht Sokrates den Fluss der Zeit mit einer beweglichen Oberfläche, die ohne Aufenthalt dahinstürzt und alle Farben, die es gibt in das Nichts rollt. Damit wird auch eine Wertschätzung der Zeit ausgedrückt.

20. August 2008

Digital Natives

Bald wird es, so lese ich, eine spezielle Pausentaste am Computer geben - >take a break< - für Digital Natives.

19. August 2008

Zeitgewinn

Ist Zeitgewinn der Antrieb des technischen Willens wie das Blumenberg vermutet? Was aber ist ein technischer Wille?

18. August 2008

In the making

>Was jeweils wirklich existiert, sind nicht Dinge, die schon geworden sind, sondern Dinge, die noch im Werden(in the making) begriffen sind.< (William James)
Wird damit eine neue Wirklichkeit beschrieben?

17. August 2008

Inselzeit

Ein Satz aus einem Brief klingt wie aus ferner Zeit: >Unsere Insel verändert sich nicht<.

16. August 2008

Pragmatismus und Zeit

Die Philosophie der Griechen und des Mittelsalters ist eine Philosophie des Seins und unfähig die Probleme des Werdens zu lösen. So sieht es der amerikanische Pragmatismus. Aber stimmt diese Entgegensetzung? Muss man nicht danach fragen, was da alles einfach über Bord geworfen wird?

15. August 2008

Insignien der Hektik

Gibt es Insignien der Hektik?

Die Frage bezieht sich auf die Kultur der Moderne, in der die Zeit als Wert schlechthin erscheint. In einer solcher Kultur kommt es ja nicht darauf an, Zeit zu haben, sondern zu zeigen, dass man keine hat. Aber wie zeigt man es? Wie trägt man diese Insignien der Zeit?

Bergson und die wahre Zeit

In einem Vortag von 1911 in Oxford behauptet Henri Bergson, dass wir für gewöhnlich wohl die Veränderung konstatieren aber nicht eigentlich wahrnehmen: >Wir sprechen von Veränderung, aber wir denken nicht wirklich daran. Wir sagen, dass die Veränderung existiert, dass alles sich verändert, dass die Veränderung sogar das Gesetz der Dinge ist: ja, wir sagen und wiederholen es, aber das sind nichts als Worte, und wir denken und philosophieren, als ob die Veränderung nicht existierte. <(Bergson, Denken und schöpferisches Werden) Mit anderen Worten, die Zeit, die wir wahrnehmen ist nach ihm nicht die wahre Zeit.

11. August 2008

Zur Kunst der pragmatischen Orientierung


Der beschleunigte Wandel in der Moderne als philosophisches Problem und die Antwort des Pragmatismus


„...alle Anker sind gelichtet, kein Mensch weiß, wohin die Reise geht, aber dass sie geht und wie sausend rasch sie geht, spüren wir am Schwindel: wer wollte da mit überflüssigem Gepäck beladen sein? Ballast ist abzuwerfen – und was alles entpuppt sich nicht als Ballast? -, kürzeste Linie von Punkt zu Punkt heißt das Gebot der fliehenden Stunde. “ (Alfred Polgar)


Der beschleunigte Wandel in der Moderne erfordert auch neue Mittel der Orientierung. Wenn einem ständig der Boden unter den Füßen weggezogen wird, drängt sich die Frage auf: Worauf kann ich mich noch verlassen? Die Konsistenz der Erfahrung verliert nicht nur in den Wissenschaften, in Fragen der Ethik und Ästhetik, zunehmend an Bedeutung. Wie löst der amerikanische Pragmatismus, der sich als eine Kunst der Orientierung versteht, diese Aufgabe? Folgt man seinen Vorstellungen, so sollen die alten Verkehrsschilder des Denkens abgebaut und durch neue ersetzt werden. Eine solche Veränderung des Denkens eröffnet neue Möglichkeiten, ist allerdings nicht nur wegen ihrer Radikalität auch ein Problem.



Buchtipp in eigener Sache und Text für eine Diskussion(Vorschlag):


Klaus Peter Müller
Zur Kunst der pragmatischen Orientierung
Philosophische Essays


ISBN 978-3-8288-9465-5
236 Seiten, Paperback
Tectum Verlag Marburg 2007
Preis: 24,90 € *